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21.4.2009

Chronik einer angekündigten Katastrophe

Von: Alec v. Graffenried Um: 12:59:07

Wer an einer Konferenz gegen Rassismus und Ausgrenzung teilnimmt, an welcher der iranische Präsident als prominentester Gast auftritt, darf nicht erstaunt sein, wenn ein Desaster resultiert.

Die Idee, eine Konferenz gegen Ausgrenzung und Rassenhass durchzuführen, ist sicher richtig und nötig. Sobald absehbar wird, dass an derselben Konferenz Ausgrenzung und Rassenhass eher zelebriert werden sollen anstatt dagegen anzukämpfen, dass Vorwürfe ausgetauscht und Angriffe geritten werden sollen statt gemeinsame Ziele zu formulieren, müssen Warnlampen blinken. Wenn absehbar wird, dass der Präsident Irans als höchstrangiger Staatsvertreter an der Konferenz teilnehmen wird, dann ist klar, dass die Konferenz zumindest in der öffentlichen Wahrnehmung entgleiten wird. Bereits heute, erst recht aus der zeitlichen Distanz, wird die Genfer Antirassismus-Konferenz in Erinnerung bleiben als die Veranstaltung, die dem iranischen Präsidenten die paradoxe Gelegenheit geboten hat, seine Versionen von Hass und Ausgrenzung vor der Weltöffentlichkeit auszubreiten. Alle gut gemeinten Arbeiten und Bemühungen, die in Richtung einer Eindämmung des Rassismus geleistet werden, wurden dadurch verdrängt. Die Schweiz hat bereits die zweifelhafte Ehre, diese Konferenz als Gastgeberin begleiten zu dürfen. Sie hätte damit sicher nicht auch noch teilnehmen müssen.

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