Nach der Scheinopposition nun ein Scheinreferendum, die ehemalige Froue&ManneVolxpartei wird zur Scheinpartei. Die Abspaltung hat gewichtigere Folgen, als viele wahrhaben wollen.
Die Scheinpolitik scheint nicht zum Ziel zu führen, die S’il-Vous-Plaît Partei der Populisten in der Schweiz läuft zum Brunnen bis sie bricht. Das ist nun offenbar passiert. Endlich haben ein paar Mutige die Konsequenzen gezogen und dem Spiel ein Ende gemacht. Entgegen der rüpelhaften Vermutung eines Mändus können sie am Morgen in den Spiegel schauen, ohne sich schämen zu müssen. Viel wurde gemutmasst über die Erfolgschancen einer neuen Partei. Diese Frage ist schwer zu beantworten. Ob es im Parteienspektrum eine weitere Kraft verlidet, ist eine offene Frage. Immerhin könnte man für Bern meinen, dass der mehr oder weniger verwaiste Platz der CVP für eine weitere Partei Raum lässt. Eine andere Frage ist leichter zu beantworten. Die konsequent Ausgetretenen werden ihre Chance auch in Zukunft haben. Ob sie diese in einer eigenen Partei oder später im Schoss einer bestehenden Gruppierung suchen, ist einerlei. Für die bernische svp sieht die Zukunft weniger rosig aus. Viel wurde immer wieder unterstichen, dass die bernische SVP ein Doppelspiel treibe und im Grunde eben doch stark vom Zürcher Flügel profitiere. Die gegenteilige Wirkung wurde bisher kaum beachtet. Der Zürcher Flügel bzw. die geschätzten 90% unliberalen Kräfte innerhalb der SVP haben bisher viel stärker vom liberalen Berner und Bündner Flügel profitiert, als die öffentlich wahrgenommen wurde. Nur die vernünftigen Kräfte rund um Bundesrat Samuel Schmid haben der SVP noch die Aura einer verantwortungsbewussten und regierungsfähigen Partei gegeben. Nachdem dieser Flügel nun weggebrochen ist, verbleiben die staatszersetzenden Populisten unter sich und die SVP findet sich endgültig in der Schmuddel-Ecke mit dem Front national, der Haiderpartei und den italienischen Neofaschisten und Lega-Sezessionisten wieder. Diejenigen, die sich verbissen an das Bild der verblichenen Mingerpartei halten, müssen sich fragen, ob es ihnen in der neuen Umgebung noch wohl ist. Oder sehr viel und gute Arbeit leisten, um die SVP wieder regierungsfähig zu machen. Das ist sie zur Zeit nämlich nicht mehr.
Scheinpartei
– 15.7.2008Eingestellt unter: Bundes Bern

