Lieber Stephan Hügli

Der Umgang mit Stephan Hügli wirft ein schiefes Licht auf seine Partei, die FDP der Stadt Bern.

Lieber Stephan Hügli, mit ziemlichem Mitleid verfolge ich die öffentliche Demontage, die Deine Partei zur Zeit mit Dir betreibt bzw. nicht verhindert. Du bisch en arme Cheib zur Zeit. Es geht mir nicht darum, was Du gut gemacht hast oder nicht so gut, oder gar was ich anders machen würde oder gemacht hätte als Du. Ich habe Dich auch nie gewählt, doch das ist gar nicht das Thema. Aber immerhin bist Du vermutlich über 20 Jahre Mitglied in Deiner Partei, hast sie mitgeprägt und sie hat Dich aufgebaut in den vergangenen Jahren. Die Partei hat sich entschieden, diesen Weg mit Dir zu gehen und hat Dich dazu motivert und unterstützt. Nun hat der Wind etwas gedreht, und Deine Partei hält es nicht mehr für opportun, zu Dir zu halten. Sicher hast Du nicht alles optimal getroffen in den letzten Monaten, vielleicht den einen oder anderen Fehler gemacht, ganz sicher teilweise unglücklich kommuniziert. Ich habe aber nicht den Eindruck, dass Du Dich geändert hast, sondern Du bist Dich selbst geblieben. Jedenfalls hast Du Dir, soweit ersichtlich, ganz sicher nichts zuschulden kommen lassen, das aus meiner Sicht eine solche Abwendung Deiner Partei rechtfertigen würde. Natürlich kann eine Partei Planspiele veranstalten und und Chancen veranschlagen. Indem Dich aber Deine Partei erst vor einem Jahr in den Gemeinderat geschickt hat und sich nun bereits wieder von Dir abwendet, hinterlässt sie damit einen Eindruck von Illoyalität und Opportunismus. Beides Eigenschaften, die ich mir in der heutigen Politik nicht wünsche und von der FDP auch nicht erwartet hätte. Ich wünsche der FDP gute Besserung und Dir, Stephan Hügli, einen breiten Rücken, in dem die Messer nicht stecken bleiben.

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