Sicherheit in der Armee
Das Bergunglück an der Jungfrau stimmt nachdenklich. Welches Gewicht hat der Schutz der eigenen Sicherheit in der Ausbildung der Armee?

Wenn 6 Rekruten bei einem Bergunglück im Ausbildungsdienst sterben, dann ist so oder so ein schwerer Fehler passiert. Der Schutz der eigenen Sicherheit verdient im Ausbildungsdienst in der Armee erste Priorität. Familien wollen ihre Söhne in der heutigen Zeit nicht einer Armee anvertrauen, die fahrlässig mit dem Leben der Soldaten umgeht. Auch nach der Veröffentlichung erster Hintergrundinformationen und dem Durchsickern weiterer Informationen bleibt die Frage unbeantwortet, ob die Armee dem Schutz der Sicherheit der ihr anvertrauten Menschen den nötigen Stellenwert einräumt. Die verunglückten Rekruten waren ja alle geübte Berggänger, die um das Risiko ihrer Tour wussten. Hatten sie die Möglichkeit, ihre Bedenken zu äussern? Und falls sie die Möglichkeit hatten: Wurden sie gehört? Wie reagierte die Führung darauf? Werden Rekruten geschützt, die sich in solchen Situationen aus Sicherheitsgründen weigern, eine Tour mitzumachen? Ich bin überzeugt, dass die Verantwortlichen kein unnötiges Risiko eingehen wollten. Ich unterstelle da gar nichts. Aber nachdem die Risiken der Tour infolge Schneefalls am Vortag offensichtlich waren: Gibt es Dienstbefehle, die verlangen, dass im Falle erhöhter Risiken auf solche Touren zu verzichten sei?


