Die Grünliberalen Zürich wollen eine schweizweite Partei. GFL gibt’s schon, wir müssen nicht neu erfunden werden. Die Zürcher Grünen sollen ihren Zwist nicht über die ganze Schweiz verteilen.
Die Grünliberalen haben bei den Zürcher Wahlen einen Erfolg gefeiert. Sie vertreten eine vergleichbare Linie wie die GFL in Bern. Unterschied: die GFL ist Gründungsmitglied der Grünen Partei der Schweiz, die Grünliberalen bleiben bei den Grünen Schweiz ausgesperrt. Aus unserer Sicht ist es nicht verständlich, warum die Grünliberalen nicht Mitglied in der Grünen Partei der Schweiz werden können. Damit könnte ein Schritt in die richtige Richtung gemacht werden und die Grünen kämen von ihrem blödsinnigen Paradigma “links von der SP” politisieren zu wollen weg.
Ich setze mich dafür ein, dass die Grünliberalen Zürich Mitglied der Grünen in der Schweiz werden können. Es darf nicht sein, dass eine erfolgreiche Sektion nur wegen persönlicher Unverträglichkeiten nicht bei den Grünen integriert werden kann.


Höchst persönlich habe ich Verena Diener und Martin Bäumle als Präsidentin der Grünen Schweiz im Frühjahr 2005 die Türe zu der Grünen Partei Schweiz aufgehalten. Es gibt für die Grünliberalen Zürich den ganz üblichen Weg, Mitglied der Grünen Schweiz zu werden.
Genauso wie andere Parteien soll sie zuerst den Beobachterstatus erwerben. Dazu braucht es folgende Unterlagen:
Eine grundsätzliche Zustimmung zum Programm der Grünen Schweiz und einen Beschluss einer Mitgliederversammlung der aufzunehmenden Partei mit der Begründung, warum man im Rahmen der Grünen Schweiz politisieren will.
Die Grünliberalen Zürich haben an ihrer Vorstandssitzung im September 2005 beschlossen, dass sie an der Mitgliederversammlung keine solche Abstimmung durchführen wollen, weil ihre Mehrheit aus inhaltlichen, politischen nicht zu den Grünen Schweiz gehen will.
Das sind die Fakten.
Die Grünen Schweiz haben kein blödsinniges Paradigma “links der SP” – wir politisieren mit den Kriterien der Nachhaltigkeit: was ist wichtig für die Umwelt? Wie kann die Chancengleichheit und Gerechtigkeit in der Gesellschaft verbessert werden? Was unterstützt das nachhaltige Wirtschaften? Wie können wir zur Reduktion der Armut in der Welt und zum Frieden beitragen?
Das sind die zentralen grünen Anliegen – und ich hoffe noch immer, dass wir diese teilen.
Mit bestem Gruss
Ruth Genner
Es steht nicht die Frage im Raum, ob die GPS will oder nicht, es stellt sich die Frage, will die GLP? Ich bin Zürcher der in Bern studiert und so wie ich die Lage einschätze, sind die Aussagen der Grünliberalen Zürich klar,die Grünliberalen stehen für Unabhängigkeit und das ist bei der GFL nicht ganz der Fall (der kleine aber feine Unterschied). Es gibt auch keinen “Schwestern-Zwist”, denn die GLP ist keine Schwester-Partei der Grünen, auch wenn ähnliche Ziele im Öko-Bereich vervolgt werden. Der Weg und der Stil (keinen Fundi-Stil) ist sicher anderst.
Tatsächlich stellt sich nicht die Frage, ob die Grünen die GLP wollen, sondern ob die GLP zu den Grünen will. Und die Antwort ist: klar nein!
Die GLP hat ein eigenständiges Profil entwickelt, das klar liberaler und weniger fundamentalistisch ist als das der Grünen. Zum Beispiel wird nicht “Sozialabbau” geschrien, wenn eine nötige IV-Revision ansteht und mit körperlich Behinderten argumentiert um die es gar nicht geht. Und es wird auch nicht “Rassismus” geschrien, wenn man die Ausländerfrage stellt; oder “Repression”, wenn man die Drogenproblematik anspricht. (Für mich als Exil-Zürcher ja immer wieder erschreckend, wie sich in Bern an jeder belebten Ecke einer einen Schuss setzen kann, das hatten wir in Zürich vor Jahren mal! Die Lösung heisst Repression kombiniert mit Drogenabgabestellen, aber bitte nicht mitten in der Stadt!)
So, ich bin abgeschweift, die Frage ist also viel mehr: Will die GFL bei ihrer Fundi-Mutterpartei bleiben und dort eh keine Stimme haben oder will sie mit der GLP gemeinsame Sache machen, jetzt wo es endlich eine ökologisch-liberale Alternative auf der nationalen Ebene gibt?
Das Wählerpotential bei ökologischen Nicht-Fundis und Nicht-Sozis ist gross, der grünen Bewegung kann eine Abspaltung der GFL nur nützen, Konkurrenz belebt bekanntlich das Geschäft!
Kleiner Nachtrag: war eben auf der GFL Homapage, da hats unten ein Pop-Up: Franziska Teuscher in den Nationalrat. Genau darum ist die GFL für mich (und für viele anderen) nicht wählbar! Ich will nicht, das meine Stimme für Franziska Teuscher zählt, ich möchte eine unabhägige, “freie” grüne Liste jenseits von links und rechts!