Der Regierungsrat des Kantons Bern (rotgrüne Mehrheit) hat KWO+ bewilligt. Ich gratuliere der Regierung zu ihrem mutigen Entscheid.
Mit KWO + wird, nicht wie noch beim übertriebenen Grimsel West, namentlich die Naturlandschaft am Grimselsee weniger beeinträchtigt. Wesentliche Arvenbestände werden z.B. gerettet bzw. erhalten. KWO+ führt, abgesehen vom Staumauerausbau, insgesamt eher zu einer Verbesserung der Situation an der Grimsel.
Wer schon mal auf der Grimsel war, weiss, dass die Grimsel eine kombinierte (und nicht unspannende) Natur-Technik-Kulturlandschaft darstellt. Die KWO hat gewisse wertvolle Beiträge bereits geleistet (wie z.B. die Instandstellung des alten Säumerwegs, ein historischer Verkehrsweg von besonderem Rang). Mit KWO+ werden die Anlagen auf der Grimsel mass- und sinnvoll erneuert. Namentlich werden die Voraussetzungen geschaffen dafür, dass das lukrative und nötige Geschäft mit der Pumpspeicherung ausgebaut werden kann. Viele verdammen den Pumpstrom, weil mit Atom(Band)energie gepumpt wird. Bandenergie, liebe Freunde, stammt aber auch aus Flusskraftwerken. Auch die Windkraft bietet Bandenergie und sogar Solarkraftwerke können fast nicht anders. Gerade der von uns gepriesene Solarstrom, ich halte ihn zwar für zuwenig effizient, ist auf eine Speicherung angewiesen, denn Solarstrom fällt normalerweise dann an, wenn niemand viel Strom braucht, z.B. im Sommer tagsüber. Pumpspeicherwerke sind in der Lage, Spitzenenergie zu liefern. Diese lässt sich teuer verkaufen. Das ist lukrativ, deswegen ist Pumpenergie vielen suspekt. Aber ich muss gestehen: Auch ich koche vornehmlich am Mittag und am Abend und brauche den Strom zum fernsehen oder lesen zwischen 7 und 11 am Abend, wenn der Stromverbrauch am höchsten ist. Dann, wenn’s eben Spitzenenergie braucht. Und ich bin froh, wenn zu dieser Zeit die Spitzenenergie von der Grimsel kommt und nicht aus einer Gasturbine.
Die Wasserkraft als zur Zeit wesentlichste erneuerbare Energiequelle muss eine tragende Säule der Schweizer Stromversorgung bleiben. Neue Grossanlagen in unberührten Naturlandschaften kommen ganz klar nicht in Frage (Greina, Curciusa etc.). Für die Grimsel ist die Ausgangslage anders. Mit KWO+ kann ein Beitrag zum massvollen Ausbau der Wasserkraft geleistet werden. Es wäre den Umweltverbänden zu wünschen, dass sie ihre Energie auf die Bekämpfung der sehr problematischen neuen Grossprojekte (Atomkraft, Gaskraftwerke, Kohlekraftwerke) konzentrieren und den massvollen Ausbau der Wasserkraft an der Grimsel unterstützen. KWO+ ist ein sinnvoller Baustein nicht nur in der schweizerischen, sondern in der europäischen Stromversorgung. Die Anlage hat daher nicht nur nationale, sondern internationale Bedeutung. Der Regierungsrat hat dies offenbar erkannt. Merci!
Glaubwürdige Energiepolitik – Ja zu KWO +
– 16.3.2007Eingestellt unter: Meine Notizen


Ein paar Worte zu den Aussagen:
- Bandenergie: Wind- und Sonnenenergie produzieren nicht Bandenergie (diese wird von thermischen Kraftwerken – z.B. Kernkraftwerken produziert). Die Wind- und Sonnenenergie fällt aber schon so an, dass diese teilweise gespeichert werden muss. Die Produktion wird in Zukunft aber durchaus planbar sein (mit verbesserten Wetterprognosen und guter räumlicher Verteilung der Produktionsanlagen).
- Strom produziert durch Photovoltaik hat im Gegensatz zu Deiner Aussage eine gute Übereinstimmung mit den Lastspitzen (dazu gäbe es ein paar hübsche Grafiken, die ich auf diesem Weg aber nicht zeigen kann). Du hast wohl nur an die Lampen und den TV zu Hause gedacht – die grösste Lastspitze fällt aber um 11-12 Uhr, wenn alle PC’s in den Büros laufen und gleichzeitig gekocht wird (und dann scheint die Sonne am stärksten).
- Ich bin auch einer der Grünen, die für die Grimsel-Staumauererhöhung sind. Trotzdem unterstütze ich einen Weiterzug der Einsprache der Grünen Bern. Mich stört vor allem die Wahl des Verfahrens: für mich ist eine neue Konzession dafür nötig. Die Mauer ermöglicht, dass der Strom dann produziert werden kann, wenn er benötigt wird, was ja eigentlich der Sinn einer Staumauer ist. Für mich ist deswegen ein Ausbau in dieser bereits stark “vorbelasteten” Gegend ebenfalls tolerierbar. Mit der Mauererhöhung wird allerdings nicht mehr Strom produziert. Sie trägt also nicht dazu bei, die vermeintliche Stromlücke zu füllen.