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16.3.2007

Au revoir, Ségolène

Von: Alec v. Graffenried Um: 15:04:08

Ségolène Royal hatte viele Sympathien. Leider hat sie ihre Chance verspielt.
Es gibt viele Gründe, sich nach der Stagnation Frankreichs unter Jacques Chirac einen Aufbruch zu wünschen. Ségolène Royal hatte Ideen und das Potenzial, Frankreich einen Neuanfang zu bescheren. Leider hat sie sich dazu entschlossen, ihre Kampage auf ein traditionelles sozialistisches Gleis zu fahren, statt das Potenzial in der Mitte abzuholen, bei dem sie ursprünglich grosse Sympathien genoss. Dieses endet in der Sackgasse. Wer heute Nicolas Sarkozy verhindern will, kann nicht mehr auf Ségolène Royal setzen, sondern muss auf François Bayrou hoffen. Nur er hat die Chance, Sarkozy im zweiten Wahlgang zu schlagen. C’est dommage, Ségolène!

Glaubwürdige Energiepolitik – Ja zu KWO +

Von: Alec v. Graffenried Um: 12:22:02

Der Regierungsrat des Kantons Bern (rotgrüne Mehrheit) hat KWO+ bewilligt. Ich gratuliere der Regierung zu ihrem mutigen Entscheid.
Mit KWO + wird, nicht wie noch beim übertriebenen Grimsel West, namentlich die Naturlandschaft am Grimselsee weniger beeinträchtigt. Wesentliche Arvenbestände werden z.B. gerettet bzw. erhalten. KWO+ führt, abgesehen vom Staumauerausbau, insgesamt eher zu einer Verbesserung der Situation an der Grimsel.
Wer schon mal auf der Grimsel war, weiss, dass die Grimsel eine kombinierte (und nicht unspannende) Natur-Technik-Kulturlandschaft darstellt. Die KWO hat gewisse wertvolle Beiträge bereits geleistet (wie z.B. die Instandstellung des alten Säumerwegs, ein historischer Verkehrsweg von besonderem Rang). Mit KWO+ werden die Anlagen auf der Grimsel mass- und sinnvoll erneuert. Namentlich werden die Voraussetzungen geschaffen dafür, dass das lukrative und nötige Geschäft mit der Pumpspeicherung ausgebaut werden kann. Viele verdammen den Pumpstrom, weil mit Atom(Band)energie gepumpt wird. Bandenergie, liebe Freunde, stammt aber auch aus Flusskraftwerken. Auch die Windkraft bietet Bandenergie und sogar Solarkraftwerke können fast nicht anders. Gerade der von uns gepriesene Solarstrom, ich halte ihn zwar für zuwenig effizient, ist auf eine Speicherung angewiesen, denn Solarstrom fällt normalerweise dann an, wenn niemand viel Strom braucht, z.B. im Sommer tagsüber. Pumpspeicherwerke sind in der Lage, Spitzenenergie zu liefern. Diese lässt sich teuer verkaufen. Das ist lukrativ, deswegen ist Pumpenergie vielen suspekt. Aber ich muss gestehen: Auch ich koche vornehmlich am Mittag und am Abend und brauche den Strom zum fernsehen oder lesen zwischen 7 und 11 am Abend, wenn der Stromverbrauch am höchsten ist. Dann, wenn’s eben Spitzenenergie braucht. Und ich bin froh, wenn zu dieser Zeit die Spitzenenergie von der Grimsel kommt und nicht aus einer Gasturbine.
Die Wasserkraft als zur Zeit wesentlichste erneuerbare Energiequelle muss eine tragende Säule der Schweizer Stromversorgung bleiben. Neue Grossanlagen in unberührten Naturlandschaften kommen ganz klar nicht in Frage (Greina, Curciusa etc.). Für die Grimsel ist die Ausgangslage anders. Mit KWO+ kann ein Beitrag zum massvollen Ausbau der Wasserkraft geleistet werden. Es wäre den Umweltverbänden zu wünschen, dass sie ihre Energie auf die Bekämpfung der sehr problematischen neuen Grossprojekte (Atomkraft, Gaskraftwerke, Kohlekraftwerke) konzentrieren und den massvollen Ausbau der Wasserkraft an der Grimsel unterstützen. KWO+ ist ein sinnvoller Baustein nicht nur in der schweizerischen, sondern in der europäischen Stromversorgung. Die Anlage hat daher nicht nur nationale, sondern internationale Bedeutung. Der Regierungsrat hat dies offenbar erkannt. Merci!

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